Erste Ergebnisse aus den Roadshow-Workshops liegen vor!

Nachlese Roadshow Workshops

Im Februar 2019 ging es für das Projektteam von Digitale Teams auf Tour quer durch Deutschland. In vier interaktiven Roadshow Workshops wurde aus der Sicht von Nutzern, das Arbeiten in digitalen Teams unter die Lupe genommen. Ziel der Workshops war es, breites Erfahrungswissen hinsichtlich Erfolgs- und Einflussfaktoren bei der digitalen Zusammenarbeit virtueller Teams zu sammeln und daraus erste Handlungsfelder abzuleiten.

55 Teilnehmer in Berlin, Leipzig, Kaiserslautern und München nahmen an dieser Bestandsaufnahme zur Frage „Wie arbeiten Menschen in Deutschland gegenwärtig digital und verteilt zusammen?“ teil und brachten ihre Erfahrungen, Sorgen und Wünsche mit ein. Dabei fokussierten sich die Teilnehmer auf drei Bereiche: Soziale Faktoren, technische Faktoren und strukturelle Rahmenbedingen. Die am häufigsten genannten positiven Erfahrungen sowie Sorgen und Ängste möchten wir Ihnen im Folgenden kurz vorstellen:

Im Bereich der sozialen Faktoren konnten wir feststellen, dass die persönliche Freiheit und die Flexibilität von vielen schon heute genutzt und geschätzt wird. Diejenigen, die bereits in digitalen Teams arbeiten, sehen es als einen großen Vorteil an, nicht mehr (oder zumindest weniger) pendeln zu müssen und empfinden ihr Privat- und Arbeitsleben in einer guten Balance.
Die Schattenseiten virtueller Zusammenarbeit sind aber die drohende Entgrenzung von beruflichem und privatem. In digital zusammenarbeitenden Teams steigt außerdem das Maß der Eigenverantwortlichkeit und nicht selten lauert die Gefahr der „ständigen Verfügbarkeit“. Dazu kommt, dass sich für viele das soziale Miteinander verändert – und das nicht immer zum Vorteil: so wurden beispielsweise Einsamkeit und mangelndes Teamgefühl genannt, in dessen Folge es auch durchaus an Vertrauen, Anerkennung und Wertschätzung mangeln kann.

Die Bestandsaufnahme der technologischen Faktoren ergab, dass viele die Möglichkeit des mobilen Arbeitens und die zentrale Verfügbarkeit von Informationen und Daten bereits heute nutzen und als positiv empfinden. Es bedarf allerdings in digitalen Arbeitsumgebungen eine gewisse Anlernphase, die durchaus umfangreicher ausfallen kann als in klassischen Umgebungen. Sorgen bereiten vielen Workshopteilnehmern allerdings die schon heute recht heterogene Toollandschaft und die Abhängigkeit von bestimmten Tools und Infrastrukturen.

Mit Blick auf die strukturellen Rahmenbedingungen, konnten wir feststellen, dass vor allem die organisatorischen Rahmenbedingungen wie z. B. abgestimmte Zusammenarbeitsmodelle, nicht nur nötig sind, sondern auch ganz stark vom Reifegrad der jeweiligen Organisation abhängig sind. Außerdem werden die Hürden der gesetzlichen Rahmenbedingungen wie Arbeitsrecht und Datenschutz noch als sehr hoch und damit als problematisch angesehen.

Wie geht es nun weiter mit diesen Ergebnissen?

Auch wenn viele Aspekte der digitalen Zusammenarbeit schon heute positiv besetzt sind und erfolgreich gelebt und erlebt werden, so hat unser Forschungsteam hier doch viele Handlungsfelder identifizieren können, die es im Projekt Digitale Teams noch zu lösen gilt.

Nachdem alle Ergebnisse konsolidiert wurden, geht es nun in die Einzelinterviews. Hierzu werden Mitglieder und Führungskräfte digitaler Teams unter anderem zu Rahmenbedingungen, Herausforderungen, Best Practices und genutzter Tools in der Zusammenarbeit im digitalen Raum befragt. Das Ziel der Interviews ist es, die Ergebnisse, die im Rahmen der Roadshow-Workshops gesammelt wurden, noch zu spezifizieren, Widersprüche genauer zu erfragen und zu verstehen. Diese Erkenntnisse werden im weiteren Verlauf des Projektes wesentliche Anforderungen für die Entwicklung der Ökosystem-Plattform liefern, um diese Nutzer-orientiert entwickeln zu können. Die Einzelinterviews laufen noch bis Mitte April, anschließend werden Lösungen für eine bestmögliche Adaption und Umsetzung dieser Arbeitsmodelle gesucht. Das Ziel unseres Forschungsvorhabens ist es somit Smart Services zu schaffen, die neue Wege der Zusammenarbeit ermöglichen und die Bedürfnisse nach alternativen Arbeitsmodellen oder einem Lebensmittelpunkt abseits der Großstädte berücksichtigen.


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